Horst Mahler

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am 4. September 2016

betrifft „Was tun?“

Ein Freund brachte folgende Argumente und Empfehlungen in die Debatte:

 „m.E. besteht ein Problem darin, dass die Gesellschaft unerreichbar ist und bleibt.

Bei allem Respekt für Hegel und für die Bibel sind diese für die meisten Menschen zu abstrakt um Hilfe zu leisten.
….
Keine politische Partei, auch nicht die AfD (Slogan „Mut zur Wahrheit“), die manche von den Systemparteien unerwähnte heisse Eisen anpackt, traut sich, das Grundthema zur Sprache zu bringen: wer ist (und immer war) hauptsächlich für die Unruhe auf die Welt verantwortlich?
Es lohnt sich nicht, die Symptome zu bekämpfen. Es gilt nur die Ursache. Auch die Masseneinwanderung ist nur ein Symptom, obwohl eine ungeheuerliche. Auch die Wirtschaftsmigranten sind nur Werkzeuge, eingesetzt um die Welt zu destabilisieren.
Versuchen wir vorherzusagen, was passiert, wenn die angenommenen hundert Menschen immer wieder in Sprechchören statt „Merkel muss weg!“ oder „ Wir sind das Volk“ rufen würden „Holocaust ist Lüge!“, und das täglich während Monaten.

Allerdings würde diese einfache Äusserung nicht genügen, da für den Durchschnittsmenschen der Zusammenhang zwischen einer vor 70 Jahre angeblich vorgekommenen Untat und gegenwärtigen Katastrophen nicht klar wäre. Also muss man eine andere Art erfinden, diesen Zusammenhang klar zu kommunizieren.
Ich schlage vor, eine Art Ruf und Rückmeldung. Diese würde z.B. bestehen aus „70 Jahre Lügen reicht!“/„Es hat nicht stattgefunden!“/„Maulkorbparagraph muss weg!“/„Politik ist Volksverhetzung!“
Zur Auswechslung könnte man versuchen: „Kein Leben ohne Recht/Kein Recht ohne Macht/Keine Macht ohne Kraft/Jede Kraft steckt im Volk“

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Endlich zeichnet sich ein realistischer Diskurs zur Frage „Was tun?“ ab. Der wird uns aus der Lähmung des Willens herausführen – nichts sonst.
Ich bin total mißverstanden worden und will versuchen, das zu klären.
Wenn wir in den Turbulenzen der Zeitgeschichte mit unserem auf das Gemeinwesen gerichteten Willen nicht herumgeworfen werden wollen, wie ein Schiff ohne Kiel in stürmischer See, dann müssen wir zuallererst für den Kiel sorgen. Dieser Aufgabe habe ich mich verschrieben. Ihre Lösung vollzieht sich in der Werkstatt des Geistes, nicht auf dem Marktplatz.
In unserem Bemühen, statt Amboß Hammer zu sein, ist der Kiel das die Wahrheit fassende Denken. Das allen geläufige Denken ist dieser Kiel aber nicht, sondern ein gebrochenes Ruder.
Es ist ganz normal, daß ein jeder diese Aussage für sich nicht geltend lassen will, denn das „geläufige Denken“ ist das einzige, was er hat und ihn zum Menschen macht. Ihm fehlt auch das Bewußtsein, daß es ein die Geläufigkeit transzendierendes Denken gibt und nur dieses wahrheitsfassende Macht ist.
Der Beweis der Richtigkeit dieser Aussage ist das Hegel’sche System. Es kann hier nur darum gehen, eine Vorahnung zu geben, daß sie doch richtig sein könnte. Dafür eignet sich vielleicht der Hinweis auf eine Einsicht, die der bedeutendste Philosoph des 20. Jahrhunderts, Martin Heidegger, in seiner Schrift „Was ist Denken?“ uns wie folgt mitgeteilt hat:
„Das Bedenklichste ist, daß wir noch nicht denken; immer noch nicht, obgleich der Weltzustand fortgesetzt bedenklicher wird. … vielleicht hat der bisherige (!) Mensch seit Jahrhunderten bereits zu viel gehandelt und zu wenig gedacht. …. Wir Heutigen können nur lernen, wenn wir dabei immer zugleich verlernen …; wir können das Denken nur lernen, wenn wir sein bisheriges Wesen (!) von Grund aus verlernen. Aber dazu ist nötig, daß wir es zugleich kennen lernen.“

Martin Hedegger 1955

Martin Hedegger 1955

Das entspricht in etwa dem Wort Jesu, das er Nikodemus, einem „Obersten unter den Juden“ zugesprochen hat:

„Wahrlich wahrlich, ich sage dir: ‚Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen‘.“ (Joh 3,5)

Nun muß ich mit dem Einwand rechnen, daß Heidegger ja auch „nur“ Philosoph, also notorischer Spinner gewesen sei. Was kann er uns als Waffe gegen den Feind in die Hand geben? So reden doch die Besserwisser von der „Nationalen Rechten“ über Philosophie und Philosophen.

Da kommt mir der Zufall zu Hilfe, der mir beim Aufräumen meines Schreibtisches vor ein paar Tagen den Text der Grundsatzrede in die Hände spielte, die Dr. Mahathir bin Mohamad am 16. Oktober 2003 zur Eröffnung der 10. Sitzung der Islamischen Gipfelkonferenz im Putrajaya Convention Centre gehalten hat.

Wer ist Dr. Mahathir? Gewiß kein philosophischer Spinner, sondern der wohl erfolgreichste Führer, den die Region Südostasien je gesehen hat. Er war zwischen 1981 und 2003 Premierminister von Malaysia, einem ein Völker- und Rassengemisch fassenden Staat mit mehr als 30 Millionen Einwohnern.

In der erwähnten Rede heißt es zu Nr. 51:
„We are up against a people who think. They survived 2000 years of pogroms not by hitting back, but by thinking. They invented and successfully promoted Socialism, Communism, human rights and democracy so that persecuting them would appear to be wrong, so they may enjoy equal rights with others. With these they have now gained control of the most powerful countries and they, this tiny community, have become a world power. We cannot fight them through brawn alone. We must use our brains also.“

mahathirDr. Mahathir bin Mohamad vor der UN-Vollversammlung

Meine Übersetzung:
„Wir (und meinte damit alle muslimischen Staaten) stehen gegen ein Volk, das denkt. Es überlebte 2.000 Jahre blutige Verfolgungen nicht durch Zurückschlagen, sondern durch Nachdenken. Sie erfanden und förderten erfolgreich Sozialismus, Kommunismus, Menschenrechte und Demokratie, so daß sie zu verfolgen, als Unrecht gilt. Auf diese Weise erfreuen sie sich gleicher Rechte mit anderen. Mit diesen haben sie die Kontrolle über die mächtigsten Staaten erlangt, und sie, dieses kleine Völkchen, sind zu einer Weltmacht geworden. Wir können sie nicht allein mit Muskelkraft bekämpfen. Wir müssen auch unseren Kopf gebrauchen. “

Mahathir stellte resigniert fest, daß alle gewaltsame Gegenwehr gegen die Judenheit die Lage der Muslime nur noch verschlechtert habe.

Zu Nr. 55 seiner Rede heißt es:
„We can and we should pray to Allah S.W.T. for in the end it is He who will determine whether we succeed or fail. We need His blessings and His help in our endeavours.“

Meine Übersetzung:
„Wir können und wir sollten zu Allah beten, denn am Ende ist er es, der bestimmt, ob wir erfolgreich sind oder scheitern. Wir brauchen für unsere Unternehmungen Seinen Segen und Seine Hilfe.“

In die deutsch-philosophische Denkwelt versetzt ist dieser Gedanke wie folgt zu lesen:
„Wir können und wir sollten „die Anstrengung des Begriffs“ (Hegel) auf uns nehmen (Joh 4,23), denn am Ende bestimmt die Arbeit am Begriff, ob wir erfolgreich sind oder scheitern.“

G.W.F. Hegel

                                         G.W.F. Hegel

Die Vertrautheit mit letzterem begründet die nicht mehr hinterfragbare Gewißheit, daß in unserer Lage alle Versuche, die feindliche Herrschaft über uns loszuwerden, die Fesseln nur noch fester um die Gelenke schließt, wenn nicht das wahrheitstüchtige Denken unsere Schritte lenkt.

Vielleicht ist der tiefere Sinn der „Protokolle der Weisen von Zion“ noch gar nicht verstanden. worden. Diese gehen von der nicht ausgewiesenen Voraussetzung aus, daß auch in Zukunft der Wille der Völker nach dem geläufigen Denken ausgerichtet sein wird. Dieses „Nichtdenken“ (nach Heidegger) macht uns für die Judenheit berechenbar. In den Protokollen brüsten sie sich, daß angesichts unserer „viehischen Dummheit“ sie jeden Schritt einer beabsichtigten Gegenwehr vorhersehen und rechtzeitig das Gegenmittel ersinnen könnten, das unsere Anstrengungen fruchtlos machen würde. Zwar ist das ein Trugschluß – aber mit Zeitzündung. Noch läuft dieses Spiel gegen uns.

Wir müssen uns die Frage stellen, warum bei Beibehaltung des geläufigen Denkens jegliche Aufklärungsarbeit nicht die notwendigen Ergebnisse zeitigt.
Im Bewußtsein der Nichtjuden in Europa ist eine unsichtbare Mauer gegen den Impuls, die Juden und ihre Herrschaft ernsthaft in Frage zu stellen, errichtet. Mahathir hat diese Mauer benannt. Die müssen wir uns genauer ansehen.

In der Ideenwelt des Sozialismus, des Kommunismus, der Menschenrechte und der Demokratie erscheinen die Juden uns gleich und daher gleichberechtigt. Es ist, was schon Johann Gottlieb Fichte erkannt hatte, die Gleichberechtigung, die sie für uns gefährlich macht.

Es ist andererseits aber unverrückbares Moment der von der Judenheit oktroyierten Ideologien, daß sie nominell das Böse – also Satan – aus ihrem Geltungsraum bedingungslos ausschließen und zu diesem Zweck einen Popanz brauchen, der den Negativwert „Teufel“ trägt. Die Judenheit, der ja bewußt ist, daß sie das „Nein zum Leben der Völker“ (Martin Buber) also Satan ist, kennt die Funktionsweise des moralischen Koordinatensystems und die ihnen von daher drohende Gefahr. Der Gefahr, in diesem ideologischen Bezugssystems als der Satan erkannt zu werden, beugen sie vor, indem sie die Rolle des Teufels mit Adolf Hitler besetzt haben und zugleich sich gegenüber den Völkern als menschliche Rasse darstellen. Der Rassetypus maskiert sie als Menschen, verdeckt also ihre satanische Substanz, den Mosaismus.
Genau an dieser Stelle ist die von der Judenheit errichtete Schutzmauer brüchig und einzureißen.

Die mit Sozialismus, Kommunismus, Menschenrechts- und Demokratiewahn imprägnierten Gutmenschen sind nicht darauf vorbereitet, Satan als Genossen und Ihresgleichen anzunehmen. Als Umerziehungsgeschädigte sind sie zwar immun gegen alle Veranstaltungen zur Ent-Dämonisierung Adolf Hitlers und des Nationalsozialismus; aber der Konfrontation mit dem Mosaismus sind sie nicht gewachsen.
In dieser Sichtweise ist die vorgeschlagene Skandalisierung des Holocaustnarrativs nicht erfolgversprechend bis kontraproduktiv.

Wir stimmen völlig überein, wenn Sie schreiben:
„Die Ungeheuerlichkeit einzusehen und zuzugeben, dass alles nach Plan und absichtlich abläuft ist ihnen (noch) unmöglich.“

Wir sind nur unterschiedlicher Auffassung zu der Frage, wie diese Wahrnehmungsblockade zu beheben ist. Ich habe wiederholt gesagt und geschrieben, daß wir gar nicht so schlecht von der Judenheit denken können, wie diese an uns handelt. Der Weg, die Zurechenbarkeit des erfahrenen Übels auf die Judenheit zu ermöglichen, ist offensichtlich bedingt durch die Erkenntnis, daß diese im Auftrag ihres Gottes JAHWE als real daseiender Satan wirkt. Daß der übel an uns handelt, ist jedem Gutmenschen in abstrakter Betrachtungsweise bewußt. Was fehlt, ist die Konkretisierung Satans als das Auserwählte Volk.

Es könnte sein, daß unser Volk in seinem Kern schon so sehr beschädigt ist, daß die „kritische Masse“ für eine erfolgversprechende Skandalisierungskampagne nicht mehr zusammen kommt. Allerdings verbietet sich diese Annahme, solange wir es nicht ohne Erfolg versucht haben werden. Da ich weiß, daß der Geist unsterblich ist, zweifle ich aber nicht am Erfolg. Für möglich halte ich es, daß mehrere Anläufe genommen werden müssen, ehe der Durchbruch geschichtliches Ereignis wird.

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